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Motorrad Kennzeichen: Welche gibt es & welche Größe ist die beste?

Rückansicht eines Motorrads mit einem legalen, kompakten Motorradkennzeichen

Wer mit dem Bike auf die Straße will, kommt um ein ordnungsgemäßes Motorradkennzeichen nicht herum. Doch längst vorbei sind die Zeiten, in denen sich Biker riesige "Kuchenbleche" ans Heck schrauben mussten, die die Aerodynamik und die Optik der Maschine ruiniert haben. Heute hast Du die Wahl zwischen deutlich kompakteren Formaten und verschiedenen Zulassungsarten, die genau zu Deinem Fahrverhalten passen. Ob Du als Schönwetterfahrer Geld sparen willst, einen Oldtimer in der Garage stehen hast oder geräuschlos mit dem E-Motorrad cruist: In diesem ultimativen Ratgeber zeige ich Dir als Zulassungs-Experte jedes Detail auf. Du erfährst, welche Kennzeichen-Arten es für Motorräder gibt, welche Maße gesetzlich erlaubt sind und wie Du Dir das perfekte Schild für Dein Bike sicherst, ohne bei der Zulassungsstelle wertvolle Zeit zu verschwenden.

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Das Standard-Kennzeichen: Erlaubte Größen & Maße

Beispiel eines Standard-Motorradkennzeichens in der kleinstmöglichen Größe

Ein Meilenstein für alle Motorradfahrer war die Gesetzesänderung im Jahr 2011. Seitdem sind die unbeliebten, massiven Bleche Geschichte. Für Leichtkrafträder (bis 125 ccm) gibt es spezielle, sehr kleine Schilder. Für richtige Motorräder sieht die Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) heute deutlich gefälligere Abmessungen vor. Die Höhe ist beim Motorradschild immer auf exakt 200 mm (20 cm) festgelegt. Bei der Breite hast Du jedoch Spielraum, abhängig von Deiner gewünschten Buchstaben- und Zahlenkombination:

  • 180 mm x 200 mm: Das kleinste und beliebteste Format. Ideal für kurze Kombinationen (z. B. B-A 1). Es fügt sich perfekt in die schmale Heckpartie sportlicher Bikes ein.
  • 200 mm x 200 mm: Das quadratische Format. Notwendig, wenn Du eine etwas längere Ziffern- oder Buchstabenkombination wählst oder Zusatzbuchstaben (wie das "H" oder "E") hinzukommen.
  • 220 mm x 200 mm: Die maximale Breite für ein Motorradkennzeichen. Diese wird fällig, wenn Du eine sehr lange Kombination hast und eventuell noch ein Saisonzeitraum eingeprägt werden muss.

Wichtig: Die Schriftgröße ist bei Motorradkennzeichen verkleinert, damit alles auf den schmalen Raum passt. Achte darauf, dass Dein Wunschkennzeichen nicht zu lang wird, wenn Du unbedingt das schmale 18er-Schild fahren möchtest!

Saisonkennzeichen vs. Ganzjahreszulassung

Saisonkennzeichen für ein Motorrad mit eingeprägtem Zeitraum z.B. 04 bis 10

Die meisten Biker meiden Eis, Schnee und Streusalz. Daher ist das Saisonkennzeichen für Motorräder der absolute Dauerbrenner. Es ist am rechten Rand mit einem Zulassungszeitraum versehen (z. B. 04 - 10 für April bis Oktober). Außerhalb dieses Zeitraums darf das Motorrad weder im öffentlichen Straßenverkehr bewegt noch dort abgestellt werden. Es muss auf Privatgrund (z. B. in einer Garage) stehen.

Option A: Saisonkennzeichen

Vorteile: Du zahlst Kfz-Steuer und Versicherung nur für die Monate, in denen Du fährst. Das spart ordentlich Geld. Das An- und Abmelden im Frühjahr und Herbst entfällt komplett. Zudem bist Du in der Ruhephase meist beitragsfrei über die sogenannte Ruheversicherung gegen Diebstahl abgesichert.

Option B: Ganzjahreszulassung

Vorteile: Absolute Flexibilität. Wenn im November ein goldener, warmer Herbsttag lockt oder der Februar ungewöhnlich mild ist, kannst Du Dich sofort auf die Maschine schwingen. Der Nachteil: Du zahlst das ganze Jahr durch, auch wenn das Bike 5 Monate ungenutzt in der Ecke steht.

Sonderkennzeichen: H-Kennzeichen, E-Nummer & Wechselkennzeichen

Neben dem klassischen Schild gibt es für spezielle Motorräder noch weitere Kennzeichen-Arten, die Du kennen solltest. Für jede besondere Zulassung gibt es ein entsprechendes Nummernschild:

Das H-Kennzeichen (Oldtimer)

Ein historisches Motorradkennzeichen mit dem Buchstaben H am Ende

Wenn Deine Maschine mindestens 30 Jahre alt und in einem guten, originalen Zustand ist, kannst Du ein H-Kennzeichen (Historisch) beantragen. Der Vorteil: Ein pauschaler, meist sehr günstiger Steuersatz und spezielle Oldtimer-Versicherungstarife.

Das E-Kennzeichen (Elektro-Motorräder)

Ein Motorradkennzeichen für E-Motorräder mit dem Buchstaben E am Ende

Fährst Du ein reines Elektro-Motorrad? Dann hast Du Anspruch auf ein E-Kennzeichen (ein "E" am Ende der Buchstaben-Zahlen-Kombination). Damit darfst Du in vielen Städten kostenlos parken oder sogar Busspuren nutzen (lokale Regelungen beachten!).

Das Wechselkennzeichen

Ein zweigeteiltes Wechselkennzeichen an einem Motorrad

Hast Du zwei Motorräder in der Garage stehen, kannst Du ein Wechselkennzeichen beantragen. Du bekommst ein Hauptschild, das Du zwischen den Bikes hin- und hertauschst, und fahrzeugbezogene kleine Teilschilder. Das spart Versicherungsprämien, allerdings darf immer nur das Motorrad auf die Straße (oder öffentlich parken), an dem das komplette Schild gerade montiert ist.

Häufige Fragen (FAQ) zu Motorradkennzeichen

Was kostet ein Motorradkennzeichen?

Die Kosten setzen sich zusammen aus den Gebühren der Zulassungsstelle (ca. 30 bis 50 Euro), der Reservierungsgebühr für das Wunschkennzeichen (bundesweit einheitlich 12,80 Euro) und den Kosten für die Prägung des Schildes (ca. 10 bis 20 Euro online).

Darf ich das Motorradkennzeichen biegen oder schräg montieren?

Nein, das ist streng verboten. Das Kennzeichen muss gut lesbar sein. Ein extremes Biegen ("Chopper-Style") kann als Urkundenfälschung oder Kennzeichenmissbrauch gewertet werden. Zudem darf die Neigung des Schildes maximal 30 Grad aus der Senkrechten betragen.

Welche Schrauben nutze ich für das Motorradkennzeichen?

Um Risse durch Vibrationen zu vermeiden, solltest Du Schrauben mit Gummipuffern (Unterlegscheiben) verwenden. Achte beim Bohren penibel darauf, dass keine Prüfplaketten (TÜV/Zulassungssiegel) oder Zahlen/Buchstaben beschädigt oder unleserlich gemacht werden. Alternativ bieten sich rahmenlose Klemmhalterungen an.

Wo muss der Reflektor am Motorrad angebracht werden?

Jedes Motorrad benötigt gesetzlich einen roten Rückstrahler (Reflektor). Dieser ist meistens direkt unter oder über dem Kennzeichen montiert und darf nicht von der Nummerntafel verdeckt werden. Ohne intakten Reflektor gibt es beim nächsten TÜV keine Plakette!