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Hauptuntersuchung (HU): So bekommt dein Auto ohne Stress neuen TÜV

Prüfer bei der Hauptuntersuchung eines Autos in der Werkstatt

Alle zwei Jahre steht für die meisten Autofahrer der gefürchtete Pflichttermin an: Die Hauptuntersuchung (HU), im Volksmund meist einfach "TÜV" genannt. Sie soll sicherstellen, dass dein Fahrzeug keine gravierenden technischen Mängel aufweist und sicher am Straßenverkehr teilnehmen kann.

Doch was passiert eigentlich genau in der Prüfhalle? Viele Fahrzeughalter fallen wegen vermeidbarer Kleinigkeiten durch und müssen teuer nachzahlen. Hier erfährst du komprimiert und aktuell, wie viel die HU samt Abgasuntersuchung (AU) heute kostet, wie du dein Auto perfekt vorbereitest, wie lange du den Termin straffrei überziehen darfst und was im Falle eines negativen Mängelberichts passiert.

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Fristen & Plakette: Wann muss ich zur Hauptuntersuchung?

Die Intervalle für die Hauptuntersuchung sind in Deutschland gesetzlich exakt geregelt. Es gibt dabei einen wichtigen Unterschied zwischen Neufahrzeugen und Gebrauchten:

  • Neuwagen: Wenn du ein Auto fabrikneu zulässt, musst du erst nach 36 Monaten (3 Jahren) zum ersten Mal zur HU.
  • Gebrauchtwagen: Danach (und für alle älteren Fahrzeuge) gilt ein strenger Rhythmus von 24 Monaten (2 Jahren).
  • Mietwagen & Taxis: Müssen aufgrund der hohen Laufleistung und gewerblichen Nutzung sogar alle 12 Monate geprüft werden.

So liest du die Prüfplakette: Den genauen Monat für deinen nächsten TÜV-Termin kannst du jederzeit auf deinem hinteren Nummernschild ablesen. Die große Zahl in der Mitte des runden Aufklebers steht für das Jahr (z.B. "26" für 2026). Die Zahl, die auf der Plakette exakt oben auf der "12-Uhr-Position" steht, markiert den Fälligkeitsmonat.

Kosten: Wie teuer ist der TÜV?

Seit 2010 ist die Abgasuntersuchung (AU) fest in die Hauptuntersuchung (HU) integriert. Du bekommst dafür also keine separate eckige Plakette mehr auf das vordere Kennzeichen geklebt.

Die Kosten sind nicht bundeseinheitlich geregelt und schwanken je nach Bundesland, Prüfstelle (TÜV, DEKRA, GTÜ, KÜS) und Fahrzeuggewicht leicht. Im Durchschnitt musst du für einen normalen PKW (bis 3,5 Tonnen) für das Kombi-Paket aus HU und AU aktuell mit ca. 130 bis 150 Euro rechnen.

Tipp: Rufst du den Prüfer direkt in deine Stammwerkstatt, schlägt diese oft noch eine kleine Bereitstellungsgebühr obendrauf. Günstiger ist es meist, wenn du direkt zu einer offiziellen Prüfstation fährst.

Die 5-Minuten-Checkliste: Vorab Mängel vermeiden

Fast 20 % der Autos fallen beim ersten Anlauf durch die HU. Oft wegen Mängeln, die du in wenigen Minuten selbst hättest beheben können. Prüfe vor deinem Termin zwingend folgende Punkte:

Beleuchtung & Sicht

  • Funktionieren alle Lichter (Abblendlicht, Fernlicht, Blinker, Bremslicht, Kennzeichenbeleuchtung)?
  • Sind die Wischergummis intakt und ist Wischwasser aufgefüllt?
  • Hat die Windschutzscheibe Steinschläge im Fahrersichtfeld? (Falls ja: Sofort austauschen lassen!)

Reifen & Pflicht-Inventar

  • Haben alle Reifen mindestens die gesetzlichen 1,6 mm Profiltiefe? (Empfohlen sind mind. 3 mm).
  • Ist der Verbandskasten gültig (Haltbarkeitsdatum prüfen!)?
  • Sind Warndreieck und mindestens eine Warnweste an Bord?

TÜV überzogen: Welche Strafen drohen?

Anders als oft behauptet, gibt es in Deutschland keine rechtliche Toleranzfrist zum Überziehen. Wenn dein Termin im Mai fällig ist, darfst du ab dem 1. Juni theoretisch schon bestraft werden. In der Praxis der Bußgeldstelle sieht die Staffelung bei einer Polizeikontrolle jedoch so aus:

  • Bis zu 2 Monate überzogen: 15 Euro Verwarngeld.
  • 2 bis 4 Monate überzogen: 25 Euro Bußgeld.
  • 4 bis 8 Monate überzogen: 60 Euro Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg.
  • Mehr als 8 Monate: 75 Euro Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg.

Wer mehr als zwei Monate überzieht, muss bei der Prüfstelle zudem eine sogenannte erweiterte Hauptuntersuchung durchführen lassen. Diese kostet einen Gebührenaufschlag von 20 %.

Durchgefallen: So funktioniert die Nachprüfung

Wenn der Prüfer erhebliche Mängel (EM) oder gefährliche Mängel (VM) feststellt, kratzt er dir die alte Plakette nicht ab, er teilt dir aber auch keine neue zu. Du erhältst stattdessen einen Mängelbericht.

Du hast ab diesem Tag exakt einen Monat (4 Wochen) Zeit, die festgestellten Mängel in einer Werkstatt beheben zu lassen. Danach musst du das Auto erneut bei der Prüfstelle vorführen. Die gute Nachricht: Bei dieser Nachprüfung wird nur noch geschaut, ob die beanstandeten Punkte repariert wurden. Die Nachprüfung ist deutlich günstiger und kostet meist nur zwischen 15 und 30 Euro.

Verpasst du diese Einmonatsfrist, muss die komplette, teure Hauptuntersuchung von vorne gestartet werden!