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Autokennzeichen in Deutschland: Welche gibt es? Alle Arten & Farben im Überblick

Verschiedene Autokennzeichen aus Deutschland, um die Vielfalt an Zulassungsarten zu zeigen

Ein Auto, ein Blechschild mit schwarzer Schrift – so einfach war es früher. Heute gibt es auf deutschen Straßen einen ganzen Dschungel an verschiedenen Autokennzeichen. Von kleinen Zusätzen wie dem "E" für Elektroautos oder dem "H" für Oldtimer, über saisonale Zulassungen bis hin zu farbigen Schildern in Grün, Rot oder mit gelbem Balken: Jede Kennzeichen-Art erfüllt einen ganz bestimmten gesetzlichen Zweck. Wer die Unterschiede kennt, kann bei Steuern und Versicherungen oft bares Geld sparen oder exklusive Vorteile im Straßenverkehr nutzen. Als Zulassungs-Experte zeige ich Dir in diesem umfassenden Ratgeber, welche Kennzeichen-Arten es in Deutschland gibt, für wen sie gedacht sind und wie Du Dir Deine persönliche Wunschnummer für Dein Fahrzeug sicherst.

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Egal ob Standard-, E- oder Saisonkennzeichen: Mach Dein Auto einzigartig mit Deinen Initialen. Prüfe hier sofort, ob Dein Wunschkennzeichen noch frei ist, bevor Du zur Zulassungsstelle gehst.

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Du hast Dein Kennzeichen schon reserviert und benötigst nur die Schilder?

Das Euro-Kennzeichen & das E-Kennzeichen

Das am häufigsten auf unseren Straßen anzutreffende Schild ist das Standard-Euro-Kennzeichen. Es hat auf der linken Seite das blaue Euro-Feld mit dem Länderkürzel (z. B. "D" für Deutschland). Danach folgen das Kürzel der Stadt oder des Landkreises (z. B. "B" für Berlin), die Zulassungs- und TÜV-Plakette sowie eine individuelle Erkennungsnummer aus Buchstaben und Ziffern.

Immer präsenter wird das E-Kennzeichen. Es entspricht optisch dem Standardkennzeichen, trägt jedoch als letzten Buchstaben ein "E". Dieses Schild ist exklusiv für reine Elektrofahrzeuge (BEV), Brennstoffzellenautos und bestimmte Plug-in-Hybride (PHEV) reserviert. Der große Vorteil: In vielen Städten und Kommunen darfst Du mit einem E-Kennzeichen kostenlos parken oder exklusiv dafür vorgesehene Busspuren nutzen.

H-Kennzeichen, Saisonkennzeichen & Wechselkennzeichen

Wenn Dein Auto kein reiner Alltagsgegenstand ist, bieten sich spezielle Zulassungsformen an:

  • H-Kennzeichen (Historisch): Ist Dein Fahrzeug mindestens 30 Jahre alt und befindet sich in einem erhaltenswerten Originalzustand (durch ein Gutachten bestätigt), erhältst Du das H-Kennzeichen. Es sichert Dir eine günstige, pauschale Kfz-Steuer von 191,73 Euro im Jahr und Du darfst ohne grüne Feinstaubplakette in Umweltzonen fahren.
  • Saisonkennzeichen: Fährst Du Dein Cabrio nur im Sommer oder Deinen Geländewagen nur im Winter? Das Saisonkennzeichen hat am rechten Rand eine Angabe zum Zulassungszeitraum (z. B. 04 – 10 für April bis Oktober). Du sparst in der Ruhezeit Steuern und Versicherung, musst das Auto aber in dieser Zeit auf einem Privatgrundstück parken. Tipp: H-Kennzeichen und Saisonkennzeichen lassen sich mittlerweile auch kombinieren!
  • Wechselkennzeichen: Hast Du zwei Autos (der gleichen Fahrzeugklasse), aber fährst immer nur eines? Hierfür gibt es das Wechselkennzeichen. Du bekommst ein gemeinsames Hauptschild und fahrzeugspezifische kleine Teilschilder. Du steckst das Schild immer an das Auto, das Du gerade im Straßenverkehr bewegen möchtest.

Farbige Schilder: Grüne, rote und Kurzzeitkennzeichen

Neben der schwarzen Standardschrift siehst Du im Alltag häufig auch bunte Varianten. Diese Schilder sind an strenge Bedingungen und Einsatzzwecke geknüpft:

Steuerbefreiung: Grüne Schrift

Grüne Kennzeichen bedeuten eine vollständige Befreiung von der Kfz-Steuer. Du bekommst sie jedoch nicht einfach so. Sie sind streng zweckgebunden und werden hauptsächlich für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge (Traktoren), Anhänger für Pferde- und Bootstransporte (Sportzwecke) oder Schaustellerfahrzeuge ausgestellt. Nutzt Du das Fahrzeug plötzlich für private oder andere Zwecke, begehst Du Steuerhinterziehung!

Überführung: Rote Schrift & Gelber Balken

Rote Kennzeichen (06er-Nummer) sind streng Autohändlern, Werkstätten und Herstellern für Prüf-, Probe- und Überführungsfahrten vorbehalten. Privatpersonen greifen auf das Kurzzeitkennzeichen zurück: Es hat einen gelben Balken am rechten Rand, der das genaue Ablaufdatum anzeigt. Es ist maximal 5 Tage lang gültig und dient dazu, z. B. ein gekauftes Auto nach Hause zu überführen.

Häufige Fragen (FAQ) zu Autokennzeichen

Was bedeutet ein E auf dem Nummernschild?

Das E am Ende des Autokennzeichens steht für Elektrofahrzeug. Es ist für reine Elektroautos (BEV), Brennstoffzellenfahrzeuge und bestimmte Plug-in-Hybride vorgesehen, die eine Mindestreichweite rein elektrisch schaffen oder eine bestimmte CO2-Grenze nicht überschreiten. Es ermöglicht regional oft kostenloses Parken und die Nutzung von Busspuren.

Wer bekommt ein grünes Kennzeichen?

Grüne Kennzeichen werden vom Zoll für Fahrzeuge ausgegeben, die von der Kfz-Steuer befreit sind. Darunter fallen hauptsächlich Traktoren in der Land- und Forstwirtschaft, Anhänger für Sportgeräte (z. B. Pferde- oder Bootsanhänger) sowie Fahrzeuge von gemeinnützigen Hilfsorganisationen.

Wie lange ist ein Kurzzeitkennzeichen gültig?

Ein Kurzzeitkennzeichen (mit dem gelben Balken am rechten Rand) ist exakt 5 Tage lang gültig. Es ist ausschließlich für Probe- und Überführungsfahrten gedacht. Nach Ablauf der Frist verliert es automatisch seine Gültigkeit und das Auto darf nicht mehr im öffentlichen Straßenverkehr bewegt oder geparkt werden.

Darf ich mit einem Händlerkennzeichen (rot) privat fahren?

Nein, absolut nicht. Die Nutzung von roten Kennzeichen ist streng reglementiert und ausschließlich Kfz-Betrieben, Händlern und Werkstätten für dienstliche Prüfungs-, Probe- oder Überführungsfahrten gestattet. Private Fahrten damit sind illegal und können hohe Strafen sowie den Verlust der Zulassung nach sich ziehen.