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Autoreifen: Worauf muss man beim Kauf & Wechsel wirklich achten?

Nahaufnahme eines neuen Autoreifens auf der Straße zur Verdeutlichung der Profiltiefe

Der Kontakt Deines Autos zur Straße ist gerade einmal so groß wie vier Postkarten – das sind Deine Autoreifen. Trotzdem werden sie von vielen Autofahrern stiefmütterlich behandelt. Egal, ob ein anstehender Reifenwechsel im Frühjahr oder Herbst, ein Neukauf wegen Verschleiß oder Unsicherheiten bei den kryptischen Zahlenkombinationen auf der Reifenflanke: Die richtige Wahl und Pflege entscheiden maßgeblich über Deinen Bremsweg, die Fahrsicherheit und Deinen Kraftstoffverbrauch. In diesem Ratgeber zeige ich Dir als Kfz-Experte ganz genau, worauf Du beim Thema Autoreifen achten musst, damit Du sicher, legal und kosteneffizient unterwegs bist.

Die richtige Profiltiefe & das Reifenalter (DOT)

Einer der häufigsten Fehler ist es, Reifen "bis auf die Glatze" herunterzufahren. Der Gesetzgeber schreibt in Deutschland eine absolute Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Das ist jedoch das absolute Minimum! Sicherheitsexperten und Automobilclubs raten dringend dazu, Sommerreifen bereits bei 3 mm und Winterreifen bei spätestens 4 mm auszutauschen. Zudem spielt das Reifenalter eine große Rolle, da die Gummimischung mit den Jahren aushärtet und porös wird.

Das Alter Deiner Reifen kannst Du an der sogenannten DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen. Sie besteht aus vier Ziffern (z. B. "1223"). Das bedeutet, der Reifen wurde in der 12. Kalenderwoche im Jahr 2023 produziert. Spätestens nach acht bis zehn Jahren solltest Du Deine Reifen – unabhängig von der Profiltiefe – entsorgen.

Optimale Reifennutzung

Du tauschst Deine Sommerreifen bei 3 mm und Winterreifen bei 4 mm. Deine Reifen sind nicht älter als 6-8 Jahre. So hast Du maximalen Grip, kürzeste Bremswege und minimierst die Gefahr von Aquaplaning enorm.

Risiko alter / abgefahrener Reifen

Bei unter 1,6 mm drohen Dir Bußgelder (ab 60 Euro) und Punkte in Flensburg. Zudem verlängert sich der Bremsweg bei Nässe dramatisch und die Versicherung kann bei einem Unfall wegen grober Fahrlässigkeit die Zahlung kürzen.

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Zahlen und Codes: Die Reifenkennzeichnung lesen

Wenn Du neue Autoreifen kaufst, musst Du exakt die Größe wählen, die für Dein Fahrzeug zugelassen ist (siehe Zulassungsbescheinigung Teil 1, Ziffer 15.1 und 15.2). Eine typische Reifenbezeichnung lautet zum Beispiel: 205/55 R16 91V.

  • 205: Reifenbreite in Millimetern.
  • 55: Das Verhältnis von Flankenhöhe zur Reifenbreite in Prozent.
  • R: Bauart des Reifens (R steht für Radialreifen, der Standard heute).
  • 16: Der Felgendurchmesser in Zoll.
  • 91: Der Tragfähigkeitsindex (Lastindex). Zeigt an, wie viel Gewicht der Reifen maximal tragen darf.
  • V: Der Geschwindigkeitsindex (Speedindex). Steht in diesem Fall für eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h.

Achte beim Kauf auch unbedingt auf das EU-Reifenlabel. Es gibt Dir auf einen Blick Auskunft über den Rollwiderstand (Kraftstoffeffizienz), die Nasshaftung (Bremsweg bei Regen) und das externe Rollgeräusch.

Sommer-, Winter- oder Ganzjahresreifen?

Die Entscheidung für die richtige Reifenart hängt stark von Deinem Fahrprofil ab. Winterreifen sind in Deutschland bei "winterlichen Straßenverhältnissen" (Glätte, Schnee, Schneematsch, Eis) Pflicht (situative Winterreifenpflicht). Echte Winterreifen sowie gute Ganzjahresreifen erkennst Du an dem Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke).

Fährst Du viel im Gebirge oder in schneereichen Regionen, kommst Du an einem zweiten Radsatz mit echten Winterreifen nicht vorbei. Bist Du jedoch vorrangig im städtischen Bereich und in flachen Regionen unterwegs, bei denen Schnee eher eine Seltenheit ist, sind moderne Ganzjahresreifen (Allwetterreifen) heute eine exzellente, kostensparende Alternative. Du sparst Dir den halbjährlichen Wechsel und die Einlagerungskosten.

Häufige Fragen (FAQ) zu Autoreifen

Wann muss ich meine Autoreifen wechseln?

Als grobe Faustregel gilt in Deutschland die "O-bis-O-Regel": Von Ostern bis Oktober fährt man mit Sommerreifen, von Oktober bis Ostern mit Winterreifen. Letztendlich ist aber immer die tatsächliche Wetterlage entscheidend, da bei Schnee und Eis eine situative Winterreifenpflicht gilt.

Wie viel Profiltiefe ist bei Autoreifen vorgeschrieben?

Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter. Experten raten jedoch aus Sicherheitsgründen dazu, Sommerreifen bei 3 mm und Winterreifen bei 4 mm Restprofil zu erneuern.

Wie alt dürfen Autoreifen maximal sein?

Es gibt kein festes gesetzliches Ablaufdatum. Es wird jedoch dringend empfohlen, Reifen nach spätestens 8 bis 10 Jahren auszutauschen, da das Gummi aushärtet und Risse bekommen kann. Das Produktionsdatum (DOT-Nummer) findest Du auf der Reifenflanke.

Darf ich verschiedene Reifenmarken am Auto mischen?

Rein rechtlich ist das Mischen verschiedener Marken und Profiltypen auf einem Fahrzeug erlaubt, solange es sich um die korrekte und zugelassene Reifengröße handelt. Aus Gründen der Fahrstabilität und Sicherheit (insbesondere bei Nässe und Bremsmanövern) wird jedoch stark empfohlen, achsweise immer identische Reifen zu montieren.